Die Gletscher der Eiszeiten und die Wässer der Zwischeneiszeiten haben unsere Landschaft modelliert. Das Tal der Töss, ihre Nebentäler, die Moränen und die Schotterterrassen zeugen davon. Unsere Bodenschätze Kies, Sand und Lehm sind Hinterlassenschaften des periodischen Klimawandels der Vergangenheit. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann in Pfungen die Ausbeutung dieser Schätze, so dass in der Mitte des folgenden Jahrhunderts auf unserem Gemeindegebiet eine regelrechte Grubenlandschaft anzutreffen war. Baumeister Angelo Bona erwarb nach 1900 auf beiden Seiten des Bahndammes „Kiesland“ und begann auszubeuten. Es ist Teil der linken Talschulter der Töss und von grosser Mächtigkeit. Dort, wo der Mülibach den Tunnel verlässt, auf dessen rechter Seite errichtete Bona ein Kieswerk zur Aufbereitung der Abbaufraktionen. Auf der linken Seite baute er die „Risorta“, ein Haus mit 4 Wohnungen. Im begehbaren Tunnel erstellte Bona ein Geleise für eine Rollbahn, die von 1920 bis 1960 das Abbaumaterial der Kiesgrube auf der Südseite des Bahndammes in Rollwagen zum Kieswerk transportierte. Als diese Grube erschöpft war, begann der Abbau auf der Nordseite der Eisenbahn und erstreckte sich allmählich nach Westen bis nahe ans „Wysstöbeli“ mit Rietlibach. Nach Bona erwarben andere Unternehmer die Gruben und Kieswerk. Die Kiesausbeutung ging so weit, dass im Talboden zwischen „Risorta“ und Weiacherstrasse mit einem Schwimmbagger im Grundwassersee ausgebeutet wurde. Das vom Kieswerk benötigte Waschwasser wurde dem Mülibach entnommen, wozu er nach dem Tunnelaustritt etwas umgeleitet wurde. Nach der Renaturierung des Geländes und dem Ausbau des Hochwasserschutzes ab 2006 erhielt der Bach wieder sein ursprüngliches Bett.
